Personalisierte Immuntherapie gegen Krebs

Für jeden Krebspatienten eine individuell wirksame Therapie? Das ist inzwischen keine Wunschvorstellung mehr und wird in Zukunft ein gangbarer Therapieweg sein – unter anderem, weil die Forschungen von Professor Dr. rer. nat. Hans-Georg Rammensee die Medizin dem Ideal maßgeschneiderter und damit einzigartig wirksamer Heilungsmöglichkeiten entscheidend näher gebracht haben.

Die Diagnose Krebs wird immer häufiger gestellt. Der aktuellen Statistik „Krebs in Deutschland“ zufolge erkrankt jeder Zweite im Lauf seines Lebens daran. Zwar sind die Heilungs- und Überlebenschancen heute so gut wie nie zuvor. Aber es gibt mehr als 200 Krebsarten, die unterschiedliche Gewebearten befallen können, und jede dieser Krebserkrankungen entwickelt sich beim betroffenen Individuum anders. Das lässt Behandlungen, die gezielt gegen genau den Krebs der einzelnen Patientin und des einzelnen Patienten wirken, besonders vielversprechend erscheinen. Hier setzen die Arbeiten von Professor Dr. Hans-Georg Rammensee an. Er erforscht die molekularen Peptid-Strukturen auf der Zelloberfläche, die das Immunsystem über den Zustand des Zellinneren informieren. Gelingt es, für Krebszellen spezifische Peptide zu identifizieren und eine Immunantwort gegen diese Zellen hervorzurufen, kann man den Krebs sehr gezielt bekämpfen. Und das um so erfolgreicher, wenn man dabei personalisiert vorgehen kann, denn die krebsspezifischen Peptide sind bei jedem Patienten individuell.

Der jetzt für seine Forschungen mit dem Ernst Jung-Preis für Medizin ausgezeichnete Wissenschaftler zählt zu den Pionieren in diesem Forschungsgebiet: Er hat zu Beginn der 90er Jahre mit seinem Team als erster Wissenschaftler herausgefunden, in welcher Form antigene Peptide auf der Oberfläche von Zellen den Killer- und Helferzellen des Immunsystems angeboten werden. Viele von Professor Rammensees Arbeiten wurden bereits in klinische Anwendungen umgesetzt, so fußen zum Beispiel  innovative Impfbehandlungen bei Tumoren auf seinen Erkenntnissen. Dass sich solche Umsetzungsprozesse beschleunigen lassen und man künftig schneller von der Grundlagenforschung hin zur klinischen Anwendung kommt, ist sein großer Wunsch an den medizinischen Fortschritt.

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Preisverleihung 2017

Die Laureaten nahmen ihre Auszeichnungen am 19. Mai 2017 bei der Preisverleihung der Jung-Stiftung in Hamburg entgegen. Moderiert wurde die Veranstaltung von TV-Moderatorin und Medizinjournalistin Vera Cordes.