Professor Hans-Georg Rammensee

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Den Ernst Jung-Preis für Medizin 2016 erhält der Tübinger Immunbiologe Professor Dr. rer. nat. Hans-Georg Rammensee (62). Er erforscht die molekularen Peptid-Strukturen auf der Zelloberfläche, die das Immunsystem über den Zustand des Zellinneren informieren. Ziel seiner Arbeiten ist es, für Krebszellen spezifische Peptide zu identifizieren und damit die Grundlage für  personalisierte Therapien zu liefern – ein besonders erfolgversprechendes Konzept, denn die krebsspezifischen Peptide sind bei jedem Patienten individuell. Der international renommierte Wissenschaftler zählt zu den Pionieren seines Fachgebiets, seine bisherigen Arbeiten führten bereits wiederholt zur Entwicklung neuer klinischer Anwendungen.

Erstmalig konfrontiert mit der Krankheit, deren Bekämpfung er seine gesamte Forschungstätigkeit widmet, wurde Hans-Georg Rammensee während seines Zivildienstes im Krankenhaus bei der Betreuung sterbender Krebspatienten. „Das hat mir die Motivation gegeben, etwas gegen den Krebs zu unternehmen, und zwar mit den Mitteln der Naturwissenschaften. Deshalb studierte ich später Biologie und fokussierte mich auf die Erforschung des Immunsystems und insbesondere auf mögliche Strategien einer Immuntherapie bei Krebs“ fasst er zusammen, was ihn damals bewegt hat und in seiner herausfordernden Arbeit bis heute antreibt.

Dem Studium der Biologie folgten berufliche Stationen an der renommierten Scripps Clinic in La Jolla sowie am Basel Institute for Immunology. 1993 erhielt er eine Professur an der Fakultät für Theoretische Medizin der Ruprecht-Karls-Universität und leitete die Abteilung Tumorvirus-Immunologie am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Seit 1996 hat er den Lehrstuhl für Immunologie an der Universität Tübingen inne und wirkt als Direktor der Abteilung Immunologie am Interfakultären Institut für Zellbiologie. Für seine herausragenden Forschungsleistungen wurde Professor Rammensee schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. So erhielt er unter anderem den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, den Robert Koch-Preis und den Deutsche Krebshilfe Preis.

Der große Naturwissenschaftler ist auch ein großer Naturfreund, der sich in der Freizeit zusammen mit seiner Frau gern Arbeiten im großen Garten und im eigenen Wald widmet und jeden Tag die rund 15 Kilometer zwischen seinem Heim und seinem Institut mit dem Rad zurücklegt. Auch für die klassische Musik begeistert sich Hans-Georg Rammensee, hier gilt seine Vorliebe Bach, Bruckner und Mahler.

Copyright Foto: Medizinische Fakultät Tübingen

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Preisverleihung 2017

Die Laureaten nahmen ihre Auszeichnungen am 19. Mai 2017 bei der Preisverleihung der Jung-Stiftung in Hamburg entgegen. Moderiert wurde die Veranstaltung von TV-Moderatorin und Medizinjournalistin Vera Cordes.