Jung-Stiftung fördert Forschung zur Behandlung resistenter Tuberkulose – mit Ärzten ohne Grenzen

 

Mit 300.000 Euro unterstützt die Jung-Stiftung die von Ärzten ohne Grenzen / Médecins Sans Frontières (MSF) koordinierte Studie „endTB-Q“. Das internationale Phase-III-Projekt testet eine personalisierte, verkürzte und rein oral durchführbare Behandlung auf Basis der Wirkstoffe Bedaquilin, Clofazimin, Delamanid und Linezolid (BCDL).

Erste Ergebnisse zeigen: Die neue Strategie zeigt von Anfang der Behandlung an klare Vorteile und erzielt hohe Heilungsraten, besonders bei Patient:innen mit milder TB-Erkrankung zu Therapiebeginn. Ein Hinweis auf die internationale Bedeutung des gesamten Forschungsprojekts: Studienleiter Dr. Lorenzo Guglielmetti wurde in die „TIME100 Health 2025“ aufgenommen.

Kurz auf den Punkt:

  • Personalisierte Therapie mit angepasster Dauer: Die untersuchte Behandlungsstrategie lief je nach Ausgangslage 24 bzw. 39 Wochen und damit kürzer als viele bisherige Ansätze.
  • Alltagstauglich: rein orale Medikamente, weniger Tablettenlast und potenziell weniger Nebenwirkungen.
  • Starkes Gesamtergebnis: hohe Erfolgsraten und gute Verträglichkeit; einzelne formale Zielkriterien der Hauptanalyse wurden knapp verfehlt.
  • Relevanz für die Versorgung: Ergebnisse liefern starke Argumente für kürzere, besser verträgliche Behandlungsansätze weltweit.
  • Laufzeit: Das Projekt läuft bis Ende 2025; weitere Auswertungen und der Transfer in Leitlinien und Praxis folgen.

 

2023 hat die Jung-Stiftung, als Reaktion auf Ergebnisse einer von ihr initiierten Studie zu Ernst Jung und seinen Firmen in der NS-Zeit, ein Maßnahmenpaket beschlossen, um die eigene Geschichte aufzuarbeiten, Verantwortung zu übernehmen, Aufklärungsarbeit zu leisten und Menschen in Not zu helfen. Diese Förderung setzt das Maßnahmenpaket der Jung-Stiftung konsequent um: evidenzbasierte Hilfe für Menschen in Notlagen.