Dr. Sabine Kienesberger-Feist

 

Mit dem Medaillenstipendium, das Univ. Prof. Dr. phil. Rudolf Zechner nach der Verleihung der Jung-Medaille für Medizin in Gold 2024 vergeben hat, unterstützten wir Dr. Sabine Kienesberger-Feist am Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz, Österreich.

Die mit der Medaille verbundene Förderung in Höhe von derzeit 30.000 Euro kann der Medaillenträger oder die Medaillenträgerin an eine Nachwuchswissenschaftlerin oder einen Nachwuchswissenschaftler nach eigener Wahl vergeben.

Darmgesundheit bei Frühgeborenen

Sabine Kienesberger-Feist erforscht, welche Rolle das Darmmikrobiom bei der schweren entzündlichen Darmerkrankung (Nekrotisierende Enterokolitis), spielt. Diese Darmerkrankung betrifft vor allem Frühgeborene und kann lebensbedrohlich verlaufen.

Wenn Bakterien um ihren Platz kämpfen

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Klebsiella-Bakterien welche den kindlichen Darm innerhalb der ersten Lebenstage besiedeln können. Bestimmte Arten können Giftstoffe (Toxine) bilden, die anderen Bakterien verdrängen und zugleich die Zellen der Darmschleimhaut schädigen. Damit rückt nicht nur die Frage in den Fokus, welche Bakterien im Darm vorkommen, sondern auch, wie sie auf ihre Umgebung und untereinander reagieren.

Probiotika und Antibiotika genauer verstehen

Besonders wichtig ist dabei das Zusammenspiel zwischen Klebsiella und probiotischen Bakterien. Probiotika können das Wachstum von Klebsiella hemmen. Unter bestimmten Bedingungen kann dieser Druck jedoch dazu führen, dass Klebsiella vermehrt Toxine bildet. Nicht nur Probiotika, sondern auch Antibiotika können vergleichbare Stressreaktionen in Klebsiella auslösen.

Grundlage für sichere Behandlungsstrategien 

Die Ergebnisse zeigen, wie fein austariert Behandlungsstrategien bei Frühgeborenen sein müssen. Eingriffe in das Mikrobiom können schützen, müssen aber genau verstanden werden, um unbeabsichtigte Wirkungen zu vermeiden. Langfristig soll die Forschung dazu beitragen, Probiotika und Antibiotika in der Neonatologie sicherer und gezielter einzusetzen – insbesondere bei Kindern mit toxinbildenden Klebsiella-Arten im Darm.

Das Medaillenstipendium ermöglichte Sabine Kienesberger-Feist den Aufbau wichtiger experimenteller Verfahren und unterstützte Arbeiten, die auch in eine wissenschaftliche Publikation eingeflossen sind. Zugleich stärkte und förderte das Stipendium nachhaltig ihren weiteren wissenschaftlichen Weg an der Universität Graz.